Frostblasen (Hobby? Barfuß! 2)

Markus U., Stammposter, Tuesday, 03.01.2006, 22:36 (vor 6686 Tagen) @ Leo

Hi Leo!

Schmerzhafte Bekanntschaft mit Frostblasen hatte ich auch schon gemacht, weil ich am Feldberg im Schwarzwald bei -6° C stundenlang an einer Stelle gestanden und auf den Bus gewartet hatte (ich hatte mich zwar rechtzeitig nach den Abfahrtszeiten erkundigt, aber was hilft das, wenn die Busse schon vollbesetzt sind und daher einfach an der Haltestelle vorüberrasen?). Bei mir zeigten sich die Blasen am Abend, und zwar an allen Zehen; sie waren riesengroß und ganz weiß und mit einer nahezu klaren, wäßrigen Flüssigkeit (also nicht mit Blut) gefüllt. An der rechten zweiten Zehe waren die Schmerzen besonders unerträglich; ich stach die Blase mit einer Nadel auf, damit die Flüssigkeit abfließen konnte, aber es bildete sich ständig neue Flüssigkeit, so daß ich einen Hautarzt aufsuchte, der die Blasen fachmännisch aufstach, mir Salbe verschrieb und einen Verband anlegte. Die nächsten vier Wochen trug ich schwarze Sokken in Sandalen (geschlossene Schuhe hätten viel zu sehr geschmerzt), und barfuß war ich in der Zeit nur in der Badewanne (im Bette trug ich Sokken). Salbe und Verband wurden regelmäßig erneuert. Nach etwa vier Wochen waren meine Füße wiederhergestellt und die Lust am Barfußlaufen ebenfalls. Ich laufe auch heute bei Temperaturen bis zu -5" C barfuß, aber nicht in Gegenden, die "fernab der Zivilisation" sind; ich bin sowieso lieber in der Stadt unterwegs. Ob es "Warnzeichen" gibt, kann ich trotz eigener Erfahrung mit Frostblasen nicht sagen; an der Bushaltestelle hatte ich jämmerlich gefroren; alarmiert war ich aber erst, als meine Füße im Warmen höllisch zu schmerzen anfingen.
Was den Arzt betrifft, würde ich mich in einem solchen Falle keinem Chirurgen anvertrauen; es betrifft das Fachgebiet eines Hautarztes. Ich hatte dem Arzt erzählt, daß ich bei -6° C barfuß gelaufen (bzw. herumgestanden) war; und er hatte mit dem Kopf geschüttelt, aber das war mir egal; ich wollte nur, daß er mich behandelte, und außerdem unterliegt er ja der ärztlichen Schweigepflicht.

Gute Besserung wünscht

Markus U.


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